Ausgleich nur durch Schulden möglich

Lingener Tagespost (Archiv) 14.12.2006

Willi Brundiers brachte das Problem mit einem Satz auf den Punkt: „Das Einzige, was man ohne Geld machen kann, sind Schulden“,kommentierte der Schapener Kreistagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende der CDU im Speller Samtgemeinderat bei der Verabschiedung des Haushalts 2007 die finanzielle Situation der Samtgemeinde.

Die sieht nämlich, auch wenn der Haushalt mit einem Gesamtvolumen von 8,26 Millionen Euro ausgeglichen ist, nicht sonderlich rosig aus. Zur Deckung des Vermögenshaushaltes ist eine Kreditaufnahme von 986000 Euro notwendig. Gleichwohl verzichtet die Samtgemeinde darauf, die Mitgliedsgemeinden stärker zur Kasse zu bitten, um die Haushaltssituation zu verbessern. Die Samtgemeindeumlage wird nicht erhöht.

Verwaltungschef Bernhard Hummeldorf wies in seinen Erläuterungen zum 258 Seiten starken Zahlenwerk darauf hin, dass sich die Gesamtschulden der Samtgemeinde auf 4,25 Millionen Euro belaufen würden. Die Pro-Kopf-Verschuldung von 337 Euro pro Einwohner nähere sich damit dem Landesdurchschnitt (382).
Der Samtgemeindebürgermeister hellte die düsteren Haushaltsfarben aber mit dem Hinweis auf, dass über die Kreditaufnahmen „auch Werte geschaffen worden sind“. Hummeldorf erinnerte daran, dass in den vergangenen Jahren eine Million Euro pro Jahr in Maßnahmen für die Schulen der Samtgemeinden investiert worden seien. Rund zwei Millionen Euro seien in den Feuerwehrbereich geflossen, erhebliche Mittel außerdem in die Sanierung der Schwimmhalle. Dies alles seien Investitionen in die Zukunft. Gleichwohl gelte es sich im Frühjahr 2007 darüber zu unterhalten, „wie wir dem Trend der Verschuldung bei der Samtgemeinde entgegenwirken können“.

Ins gleiche Horn stießen die Sprecher der Ratsfraktionen. Christdemokrat Brundiers unterstrich, dass die kommunalen Investitionen auch der hiesigen Wirtschaft zugute kämen. Die Kreditaufnahme von fast einer Million Euro bezeichnete er aber als „absolutes Alarmzeichen“. Es gelte, alles daranzusetzen, dieses Problem in den Griff zu bekommen, betonte Dr. Thomas Forstreuter für die SPD. Auch Klaus Frecken für die UBS mahnte die Notwendigkeit an, Maßnahmen zur Schuldenreduzierung einzuleiten. Der Samtgemeinderat verabschiedete den Etat 2007 einstimmig. Alle Sprecher dankten der Verwaltung, insbesondere Kämmerer Leo Kribber, für die Vorbereitung des Haushalts.

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