Markelo-Platz und Rathaus verbinden

Lingener Tagespost 08.06.2007
Spelle hat eine Menge zu bieten: Eine im Gegensatz zu anderen Regionen wachsende Bevölkerung, schicke Wohngebiete, attraktive Arbeitsplätze. Nur eines fehlt: ein Ortszentrum. Was ist zu tun? In einer Bürgerversammlung im Schulzentrum, zu der die Gemeinde eingeladen hatte, gab es seitens der Planungsbüros konkrete Vorschläge.

Die große Resonanz auf die Versammlung war ein Indiz für das erhebliche Interesse in der Bevölkerung, nach der Fertigstellung der Umgehungsstraße die Aufenthaltsqualität im Ortskern zu erhöhen.
Zwingend notwendig dafür, so die Fachleute aus den einzelnen Planungsbüros, ist zweierlei. Eine bauliche Verdichtung zwischen den beiden markanten Punkten Markelo-Platz und Rathaus und ein Rückbau der Hauptstraße und des Bereichs zwischen Venhauser- und Schapener Straße. Auch der Kreuzungsbereich dort und am Rathaus ist Gegenstand der Diskussion bei der bevorstehenden Umgestaltung der Ortsmitte.

Das Architekturbüro B-Werk aus Spelle, das Planungsbüro Dr. Schwerdhelm aus Schortens und das Büro Gladen und Lindschulte aus Spelle stellten den Bürgern ausführlich die Ergebnisse ihrer Untersuchungen vor. „Wir müssen ein identitätsstiftendes Ortsbild schaffen“, umriss Architekt Jürgen Schwegmann vom B-Werk die Aufgabenstellung der nächsten Jahre. Es gelte, die vor allem im Zuge der Flurbereinigung im Ortskern freigewordenen großen Flächen zweigeschossig zwecks Wohn- und Geschäftsnutzung zu bebauen. Gestalterische Elemente beim Rückbau der Straßen stellte Schwegmanns Kollegin Stefanie Löning vor. Was im Ort außerdem fehle sei ein Veranstaltungshaus, da größere Gaststätten wie Müer und Seegers nicht mehr existierten. Wie in der Versammlung zu erfahren war, hat die Gemeinde erste Planungen zum Bau einer Veranstaltungshalle mit 800 bis 1000 Plätzen in die Wege geleitet.

Die Fertigstellung der Umgehungsstraße hat, wie zu erwarten war, zu einer Reduzierung des Durchgangsverkehrs in Spelle geführt. Dr. Rainer Schwerdhelm sagte, dass derzeit 5000 Autos in 24 Stunden den Ort durchquerten. Mit diesen Fahrten seien überwiegend Ziele innerhalb Spelles verbunden. Sie seien also nicht weiter zu reduzieren. Der Planer erläuterte Varianten zur Einengung der Hauptstraße und auch zur Umgestaltung der beiden Kreuzungspunkte an der Venhauser Straße und am Rathaus. Für die Venhauser Straße raten Fachbehörden aufgrund des hohen Schüleraufkommens morgens und nach Schulschluss von einem Kreisverkehr ab.

In der Diskussion sprachen sich Zuhörer gegen eine durchgängige Pflasterung aus. Diese böte zwar, wie Daniel Gloth vom Büro Lindschulte und Gladen erklärte, die meisten Gestaltungsmöglichkeiten. Aus dem Zuhörerkreis wurde aber auf möglichen höheren Lärm hingewiesen, anders als bei einer glatten Fahrbahndecke.

Bürgermeister Georg Holtkötter unterstrich abschließend, dass solche Detailfragen noch nicht entschieden seien. Der Rat werde auf seiner nächsten Sitzung am 12. Juli die Rahmenplanung auf den Weg bringen, um entsprechende Zuschüsse für das Vorhaben zu erhalten. „Wir hoffen, im nächsten Jahr anfangen zu können“, betonte Holtkötter.

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