Rauchmelder sollen Familien in Spelle schützen

Ausgabe: Lingener Tagespost Veröffentlicht am: 30.06.2011 lj Spelle

Spelle. Mit Beginn des nächsten Jahres wird jede Familie in Spelle, in der ein Kind geboren wird, kostenlos einen Rauchmelder erhalten. Dafür sollen 1000 Euro im Haushalt 2012 eingeplant werden. Mit großer Mehrheit folgte der Gemeinderat Spelle einem entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion. Lediglich die beiden SPD-Ratsherren Klaus Siewert-Vornbäumen und Willy Tebbe stimmten dagegen.

CDU-Ratsfrau Elisabeth Glatzel begründete die Initiative damit, dass immer wieder Menschen in Deutschland bei Wohnungsbränden ums Leben kämen, weil sie nicht rechtzeitig vor der Gefahr gewarnt worden seien.

Ihr Fraktionskollege Hermann Sandfort sprach von einem sehr guten Geschenk. „Mit der Gründung einer Familie wächst auch die Verantwortung.“ CDU-Ratsherr Hermann Bembom, der seit vielen Jahren in der Feuerwehr Spelle engagiert ist und in der Rettungsleitstelle des Landkreises arbeitet, unterstrich ebenfalls die Notwendigkeit dieser Aktion.
Klaus Frecken (UBS) regte an, in den Schulen über die Bedeutung von Rauchmeldern zu informieren.

Willy Tebbe meinte hingegen, dass diese Aktion nicht den erwünschten Erfolg bringen werde. Zur Begründung verwies er darauf, dass er mit mehreren Frauen gesprochen habe, die sich mit der Initiative nicht anfreunden könnten. Nichts sei aber schlimmer für eine Aktion, wenn der Schuss nach hinten losgehe.

Tebbe war es auch, der sich kritisch dazu äußerte, dass die CDU-Fraktion zusammen mit dem Touristikverein Veranstalter des Tags der offenen Gärten am 19. Juni in Spelle war. Im Zuge dieser Veranstaltung war auch das Bürgerbegegnungszentrum Wöhlehof geöffnet, wo sich ein Bauerngarten befindet. Tebbe: „Wir alle haben Regeln erlassen, dass 90 Tage vor einer Wahl der Wöhlehof für Parteiveranstaltungen nicht zur Verfügung steht. Diese Frist wurde von der CDU nicht eingehalten.“ Der SPD-Politiker kritisierte auch, dass die CDU-Fraktion als Veranstalterin eines Tages der offenen Tür in der Kinderkrippe am Brink am selben Tag aufgetreten sei.

Kritik zurückgewiesen
Für die CDU-Fraktion wiesen Elisabeth Glatzel und Martin Rekers die Kritik als unbegründet zurück. Selbstverständlich sei es völlig legitim, wenn sich Fraktionen mit Aktionen für die Allgemeinheit engagierten, meinte Rekers. Er wehrte sich dagegen, diese Aktion in Misskredit zu bringen, nur weil sie von einer Partei initiiert worden sei. „Wir alle engagieren uns ehrenamtlich.“

Elisabeth Glatzel hob hervor, dass die CDU allen Ratsmitgliedern angeboten habe, sich an der Aktion zu beteiligen. Im Übrigen habe sich die Leitung der Kinderkrippe darüber gefreut, dass der Termin zeitgleich auf den Tag der offenen Gärten gefallen sei, weil an dem Tag ohnehin viele Menschen in Spelle unterwegs gewesen seien.

Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf meinte, dass man nicht von einer politischen Veranstaltung sprechen könne, wenn der Bauerngarten des Wöhlehofs geöffnet habe. Klaus Frecken (UBS) meinte: „Gut gemeint ist nicht gut gemacht.“

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